Welche Aufgaben hat der Allgemeinmediziner?

Der Allgemeinmediziner ist ein nicht auf eine Fachrichtung spezialisierter Arzt, der möglichst breites, aber nicht unbedingt tiefes Wissen aus allen Bereichen der Medizin besitzen muss. Als Hausarzt ist er für die Grundversorgung im Stadtviertel die erste Anlaufstelle. Man ist nicht verpflichtet, einen Arzt in seiner Nähe aufzusuchen. Dank freier Arztwahl kann man jeden beliebigen Allgemeinmediziner zum Hausarzt wählen oder zum Heilpraktiker gehen.

Die Grundversorgung eines Patienten umfasst sämtliche Bereiche der Medizin und sowohl die Erstversorgung als auch die Langzeitbehandlung. Wo fachkundige Mit- oder Weiterbehandlung nötig ist, wird der Patient zu einem Facharzt überwiesen. Zum Arbeitsfeld der Allgemeinmediziner gehört die Krankheitsprävention und Aufklärung über Gesundheitsrisiken. Ebenso nehmen die Rehabilitations- und Anschlussbehandlungen viel Raum ein. Die Langzeitbehandlung und Beratung von alten und chronisch kranken Patienten hat heute mehr Gewicht, weil die Gesellschaft überaltert ist. Vielfach sind Allgemeinmediziner heute in Gemeinschaftspraxen tätig, die betriebswirtschaftlich ökonomischer sind und flexible Arbeitsteilung erlauben. Hausbesuche sind so leichter möglich. Auch in Urlaubszeiten kann gewährleistet werden, dass ein Arzt anwesend ist.

Auch für psychische oder familiäre Probleme sollte der Allgemeinmediziner der erste Ansprechpartner sein. Ob dies aber im Alltag der Fall ist, darf bezweifelt werden. Man geht nicht mit allem und jedem zum Allgemeinmediziner, sondern meist mit akuten oder chronischen Erkrankungen. Vom Ansatz her verfolgt die Allgemeinmedizin einen ganzheitlichen Blickwinkel. In der Behandlung zeigt sich aber, dass dem Symptom meist mehr Wichtigkeit zugemessen wird als der Ursache einer Erkrankung. Erfahrene Allgemeinmediziner sind anhand der Vielzahl der bearbeiteten Fälle geschulter. Sie verfügen auch über Wissen, das in keinem Lehrbuch steht. Trotzdem darf ein Allgemeinmediziner keine Behandlung übernehmen, die in die Hände eines spezialisierten Arztes gehört. Er darf jedoch nach einer Operation, nach dem Einsatz spezieller Diagnostik oder nach einer Akut-Therapie die Weiterbehandlung übernehmen.

Der große Vorteil des Allgemeinarztes ist, dass die Beziehung zu seinen Patienten meist langfristig angelegt ist. Er kennt daher seine Patienten schon länger und kann beurteilen, ob sie fachärztliche Hilfe benötigen oder nicht. Er weiß, wie Patienten mit Symptomen umgehen. Als Erstdiagnostiker muss er bereits anhand der ersten Symptome auf eine mögliche Erkrankung schließen können. Regelmäßige Weiterbildung in diagnostischen Verfahren oder Therapieansätzen ist daher von Nöten.

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