Hausärzte im Saarland

Hausärzte im Saarland gibt es vergleichsweise viele. Doch mehr als die Hälfte der Hausärzte im Saarland hat sich in der Landeshauptstadt Saarbrücken niedergelassen. Die Situation auf dem Land wird sich eher zuspitzen.

Ein Hausarzt aus dem Saarland

Ein Hausarzt aus dem Saarland

Deutschlandweit ist das Thema Ärztemangel schon seit Jahren in der Presse. Auch das kleinste der Bundesländer, das Saarland, sieht sich vor dieser Herausforderung. Gerade in den ländlichen Gebieten, aus denen das Saarland vornehmlich besteht, ist das Thema brisant. Auch bei der Landtagswahl im März 2012 war das Thema „Hausärzte im Saarland“ im Wahlkampf Prüfstein für die Parteien. Dabei scheint die Qualität der Behandlungen im Saarland gesichert: Laut einer Studie von jameda.de, einem Ärztebewertungsportal im Internet, leisten die Hausärzte im Saarland im bundesdeutschen Vergleich die beste Arbeit. Die Ärzte in Sachsen-Anhalt bekamen die schlechtesten Noten.

Und was die dichte der Hausärzte im Saarland angeht, kann das kleinste Bundesland im Vergleich gut mithalten. Das ist natürlich kein Gütesiegel, da der Ärztemangel ja Deutschland im Ganzen betrifft. Dennoch, das Saarland liegt sogar etwas über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Während in Deutschland etwa 1.965 Menschen auf einen Allgemeinmediziner kommen, kümmert sich an der Saar ein Arzt um etwa 1.938 Menschen. Am härtesten trifft der Ärztemangel die Menschen in Brandenburg.

Diese kommode Zahl soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Hausärzte im Saarland Mangelware sind und der Landärztemangel um sich greift. Die Landeshauptstadt Saarbrücken steht gut da und hat, wenn überhaupt, eher das Problem der Überversorgung. Auf dem Land jedoch, in den fünf Kreisen Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarlouis, den Saar-Pfalz-Kreis und St. Wendel, muss ein Arzt fast dreimal so viele potenzielle Patienten versorgen. In manchen saarländischen Regionen kennen die Menschen den Landarzt nur noch vom Fernsehen. Oder vom Radio.

Der Sender SR3 bietet seinen Hörern jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat eine Sprechstunde mit Schwerpunktthemen wie „Tipps und Hausmittel gegen Allergien und Heuschnupfen“, „Impfschutz – in jedem Alter sinnvoll“ oder „Demenz Teil 1 und 2“. Niedergelassene Hausärzte im Saarland beteiligen sich seit 1992 an diesem Projekt; für sie ist es eine Möglichkeit, ein breites Publikum zu erreichen.
Die Saarbrücker Zeitung (SZ) hat gar einen eigenen SZ-Telefondoktor eingerichtet. Seine Sprechstunde am Donnerstag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr lädt zu kostenloser Beratung zu Gesundheit, Fitness oder Ernährung ein.

In Brandenburg wurden bereits seit 2009 mit dem Projekt „Agnes“ neue Modelle der Versorgung entwickelt. Mittlerweile sollen dort 30 spezialisierte Krankenschwestern im Überland-Dienst tätig sein. Vielleicht ist das auch ein Ansatz für das Saarland?

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